Für einige Schüler des zwölften Jahrgangs ging es nach fast einem halben Jahr Ausdauertraining, um uns auf die anstehende Ski- und Snowboardfahrt vorzubereiten, endlich nach St. Ulrich am Pillersee in Österreich, um das Ski- beziehungsweise Snowboardfahren zu erlernen. Die meisten von uns standen vorher noch nie in ihrem Leben auf Skiern oder einem Snowboard.

So war es Anfang Januar endlich soweit. Bereits um viertel vor acht standen alle gemeinsam am Bahnhof und warteten auf den ersten Zug, womit unsere etwa elf Stunden lange Fahrt beginnen sollte. Entgegen der Erwartungen verlief die Hintour mit der Deutschen Bahn einwandfrei und wir erreichten am Abend den Bahnhof in Fieberbrunn, einem vergleichsweise größerem Ort in der Nähe unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus waren wir schließlich im Tirolerhof angekommen und wurden direkt von Konrad, dem Wirt, herzlich begrüßt. Nach der friedlichen Verteilung der Zimmer begannen wir damit, diese zu beziehen und die rustikal eingerichteten Zimmer mit jeweils einem Doppelbett, einem Schlafsofa und einem eigenen Badezimmer konnten sich durchaus sehen lassen. Doch das absolute Highlight der Zimmer war der enthaltene Balkon, von dem man die schöne Aussicht auf eine mit Schnee bedeckte Berglandschaft genießen konnte. Gerade eingerichtet, ging es für uns schon zum Essen. Diniert wurde immer in einem extra gelegenen Aufenthaltsraum, wo wir ein Vier-Gänge-Menü genießen konnten. Bereits am ersten Abend gab es ein Salatbuffet mit einer anschließenden Suppe, gefolgt von einem deftigen Hauptgericht und einem wirklich köstlichen Nachtisch. Zudem lernten wir Rainer kenne, der uns immer mit ausreichend Wasser versorgte und um einen lockeren Spruch nicht verlegen war. Anschließend zeigten uns Herr Begert und Frau Weidner die wunderschöne Umgebung des kleinen Örtchens. Besonders der Schnee, welcher bei uns ja leider mittlerweile eher selten ist, hatte es uns angetan. Nach einem ausgiebigen Spaziergang fielen wir total erschöpft ins Bett und waren gespannt auf den ersten Skitag.

Schon um Viertel vor acht sollten alle Schüler beim Frühstück zu finden sein, denn um kurz nach acht fuhr bereits der Bus ins erste Skigebiet, der Buchensteinwand. Nach der Ausleihe der Ausrüstung ging es endlich los. Doch schon der Weg von der Ausleihe zum eigentlichen Skigebiet wurde gerade für mich zum Verhängnis, da ich mitsamt meiner gesamten Ausrüstung einen kleinen Hügel herunterrutschte. Denn schon die Skischuhe erwiesen sich als kleine Hürde beim Laufen. Während die meisten von uns bereits nach der Mittagspause den Anfängerlift nutzten, um längere Strecken zu fahren, brauchten einige noch etwas Zeit, um sich mit der Materie vertraut zu machen. Viel zu schnell ging der erste Tag zu Ende und wir begaben uns zur Unterkunft zurück. Nach dem Essen wurde dann ein gemeinsamer Spieleabend veranstaltet, der das Miteinander in der Gruppe stärkte.

Auch am zweiten Tag wurde wieder fleißig geübt. Während einige schon gewaltige Fortschritte machten, hingen andere, inklusive mir, noch etwas zurück, aber bekanntermaßen ist jeder Anfang schwierig. Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit, in den Ort zu gehen und uns beim Spar-Markt Proviant für die nächsten Tage zu kaufen. Auf der Suche nach einer Apotheke entdeckten wir einen kleinen Souvenirladen, den ich im Laufe der Woche noch öfter besuchen sollte. Während des Essens in der Pension fiel uns ein junger Mann mit Lederhose, einem karierten Hemd und hochgezogenen Socken auf, welcher uns freundlich begrüßte. Wie sich später herausstellte, war dieser Mann ein Musiker und fing an, für uns auf seinem Musikinstrument, einer Art Akkordeon, zu spielen. Da er auch noch einige andere Instrumente dabei hatte, bezog er uns mit ein und jeder von uns hatte die Ehre mitzuspielen. Nebenbei wurde noch gemeinsam gesungen und der Abend wurde in vollen Zügen genossen. Später traf auch Konrad, selbst ein begeisterter Akkordeonspieler, dazu und die Stimmung ging weiter in die Höhe.

Am Dienstag ging es dann in ein neues Skigebiet und es entwickelte sich langsam der Spaß am Fahren und die ersten Erfolge trafen ein. Aufgrund eines Missverständnissen fand am Abend kein Eishockeyspiel statt und Herr Begert führte die Gruppe erneut durch das kleine Örtchen, doch dieses Mal nutzten wir eher Schleichwege und der Ausflug wurde zu einer kleinen Nachtwanderung. Am nächsten Abend konnten wir uns nun das lang ersehnte Eishockeyspiel der Heimmannschaft, den „Nuaracher Bulls“, anschauen. Zunächst lag die Heimmannschaft zurück und die Gegner erzielten weitere Tore. Aufgrund des etwas langsamen Spielverhaltens der Bulls, ihrer scheinbar aussichtslosen Situation und der vorherrschenden Kälte ging ein Teil unserer Gruppe zur Unterkunft zurück. Doch ab diesem Moment ging das Spiel im letzten Drittel erst richtig los. Als hätte man die Mannschaft ausgewechselt, wurde das Spielverhalten immer schneller und besser, sodass die Bulls noch drei weitere Tore holten und das Spiel schließlich mit einem 6:6 ausging.

Am vierten Tag ging es auch bei mir aufwärts und ich schaffte es wahnsinnig glücklich über meine eigene Leistung endlich, selbstständig auf Skiern Kurven zu fahren. Am Abend schauten wir uns Videos der einzelnen Schüler während ihrer Skifahrten an, was für einige Lacher sorgte. Auch das Miteinander in der Gruppe wurde immer besser und wir begannen damit, uns eine ewig andauernde Skifahrt auszumalen.

Die Zeit verging wie im Flug und nach einem erfolgreichen vorletzten Tag brach der letzte Tag an, an dem wir das Skifahren in vollen Zügen genossenen und auch die anstehenden Prüfungsfahrten mit Bravour meisterten. Am letzten Abend überraschten die Lehrer uns mit einer Fackelwanderung, bei der wir ein allerletztes Mal die weiße Landschaft und die Berge auf uns wirken lassen konnten. 

Am Samstag war der Tag der Abreise gekommen. Die letzten Sachen wurden gepackt und das letzte Frühstück in Österreich wurde eingenommen. Anschließend stürmten wir alle nach draußen, zettelten eine Schneeballschlacht an und passend dazu, begann es zu schneien. Auch wenn es uns sehr schwerfiel, mussten wir uns schweren Herzens von Konrad verabschieden und uns zum Bahnhof aufmachen. Da wir noch etwas Zeit am Bahnhof hatten, verewigten einige von uns die Gruppe mit einem riesigen Schneemann, welcher sofort das Interesse der anderen Passanten auf sich zog. 

Nach einer sehr anstrengenden Rückfahrt mit insgesamt einer Stunde Verspätung, mehreren Umstiegen und überfüllten Zügen kamen wir schließlich völlig erschöpft in Varel an und hatten unseren Familien wahnsinnig viel über die vergangene Woche zu erzählen.

Insgesamt kann ich nun sagen, dass diese Skifahrt für mich eine unglaubliche Erfahrung war, die ich nicht missen möchte. In dieser Woche konnte ich etwas Neues erlernen, worauf ich garantiert in Zukunft noch aufbauen werde. Auch habe ich viel erlebt, neue Freundschaften geschlossen und mich mit allen Beteiligten bestens verstanden. Daher möchte ich mich bei allen bedanken, die diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

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