Zwischen Katzen, Pizza und Italien

Anmerkung: Dieser Artikel entstand lange bevor Corona Thema unseres Alltages wurde. Es wurde daher auch gegen keine Abstandsregeln verstoßen.

An einem kalten Mittwochabend setzen wir uns voller Vorfreude und gespannt ins Auto. Schließlich wissen wir nicht, was uns erwartet, trotz langwieriger Planung. So machen wir uns auf den Weg nach Rastede und fahren ungefähr den Weg, den Herr Prante fast jeden Morgen vor sich hat. Wir verlassen die Autobahn bei der Abfahrt „Rastede“ und schlängeln uns durch die Stadt. Außerdem überqueren wir noch den Bahnübergang, der ungefähr jeden dritten Tag ein Hindernis für den Lehrer auf dem Weg zur Schule darstellt. Wir stellen unser Auto auf dem gegenüberliegenden Parkplatz ab, überqueren die Straße und suchen nach der richtigen Hausnummer. Endlich angekommen, werden wir bereits erwartet und in die Doppelhaushälfte hereingebeten.

Sofort beginnt unsere Führung durch das stilvoll eingerichtete Haus. Wir gehen durch den Flur, der mit einem großen Bild ausgestattet ist. Schließlich führen uns Herr Prante und seine Frau, die selber mal als Referendarin am LMG unterrichtet hat, in das wohlige Wohnzimmer mit einer offenen Küche. Diese ist sehr modern ausgestattet. Wer Herrn Prante kennt, bzw. mal von ihm unterrichtet wurde, kennt seine Liebe zu Italien. So fährt er regelmäßig in den Ferien in den Urlaub nach Italien. Diese Liebe finden wir auch immer wieder in der Einrichtung seines Hauses wieder.  Seine Kaffeemaschine stammt natürlich, wie sollte es auch anders sein, von einem italienischen Hersteller, ebenso wie die Kaffeebohnen. Selbstverständlich trinken Italiener jedoch keinen herkömmlichen Kaffee sondern Espresso aus einer Siebträgermaschine. Erfunden wurde das ganze natürlich – wie sollte es auch anders sein – im schönen Italien.

Auch das Wohnzimmer ist sehr wohnlich eingerichtet. Hier kommen auch die Katzen nicht zu kurz, schließlich wurde das Wohnzimmer mit zwei Kratzbäumen versehen. Außerdem treffen wir hier nicht die typischen Möbel eines schwedischen Möbelhauses an, sondern eher robuste, aber gleichzeitig schöne, in sich stimmende Möbel. Auf den ersten Blick in das Wohnzimmer ist uns direkt eine Holzbox aufgefallen, diese ist laut Herrn Prante sehr multifunktional. Die Holzkiste kann natürlich ihrem ursprünglichen Sinn als Sportgerät nachkommen, jedoch wird diese manchmal auch zum Füßehochlegen oder Pizza essen benutzt. Für weitere Einblicke in das Eigenheim von Herrn Prante mussten wir notgedrungen noch etwas warten, erst essen wir.

Diese Homestory wird von jetzt an etwas anders ablaufen als bisherige Homestorys. Schon vorher hat sich Herr Prante etwas Besonderes für uns ausgedacht, er will selber Pizza für uns alle machen. Da sagen wir natürlich auch nicht nein!  Eine sehr liebe und nette Idee wie wir finden. Wir setzen uns an den Tisch und bekommen Wasser und Limo angeboten, er trinke so etwas sonst überhaupt nicht. Beim Backen bekommen wir Tipps für die perfekte Pizza vom Profibäcker Prante höchstpersönlich. Die Pizza besteht nur aus wenigen Zutaten, sie sei wie in Neapel, belegt nur mit Mozzarella, Tomatensoße und Basilikum.  Die Tomatensoße wird nach italienischem Rezept in Rastede produziert. Nach der ersten Pizza übernimmt seine Frau das Handwerk, so dass wir Zeit haben, um mit dem Deutsch- und Geschichtslehrer näher ins Gespräch zu kommen. Die Pizza sei eine der gesünderen, wie wir erfahren. Erleichtert greifen wir zu. Für die richtige Konsistenz fehle ihm jedoch noch der Steinofen. Kein Grund zur Sorge, da die Pizza schon so gut ist, sie könnte glatt mit einem Restaurant mithalten, wie wir finden.

Eine Pizza nach der anderen verleiben wir uns ein. Die Sättigung, sie kommt nur schleichend. Nun kommt der Nachtisch, Eis nach – natürlich – italienischer Art. Er erzählt uns  von seinen vielen Italien-Reisen,  dem Bau und die Planung der Doppelhaushälfte und von seinem Hobby, der Fotografie. So bekommen wir auch im Wohnzimmer ein paar Einblicke in die Bilder, die Herr Prante während seiner Italienreise geschossen hat. Hierbei merken wir, dass der Lehrer Ahnung von dem hat, was er tut. Beispielsweise führt auf einem Foto vom Amphitheater in Verona direkt eine Linie zu diesem hin, wodurch der Betrachter direkt ins Bild hineingeleitet wird.

Nach dem wirklich gelungenen Essen, gehen wir mit ihm ins Obergeschoss. Auch hier treffen wir auf dem Weg auf viele Bilder, größtenteils aus Italien.  Nun wurden wir in das Arbeitszimmer des Ehepaars geführt. Dort befinden sich zwei große Schreibtische, die mit Computern ausgestattet sind. Auch hier wurde eine Schnur mit Fotos angebracht, die sich durch den Raum zieht. Zusätzlich befinden sich hier noch Schränke, Lehrbücher, ein Rudergerät (Anm. der Red: Gleiche Bauart, wie in House of Cards, auf dem Kevin Spacey seine Pläne zur Weltherrschaft ausheckt) und das Equipment zum Fotografieren. Im nächsten Raum erwarten uns sehr viele und volle Bücherregale, die sowohl mit Lehrbüchern als auch mit privaten Büchern ausgestattet sind. Wir entdecken viele Sammelbänder namenhafter Autoren. Darüber hinaus steht in diesem Raum vor einem Fenster ein kleiner Tisch mit einer Lampe, der ausschließlich zur Korrektur von Arbeiten und gelegentlich auch zur Unterrichtsvorbereitung genutzt wird. Wir fragen uns, wie viel Lebenszeit wohl schon vor diesem Schreibtisch verbracht worden ist.

„Andere hätten eine so kosten- und zeitintensive Katze schon längst im Graben versenkt“

Anschließend gehen wir wieder die Treppe runter, zurück in das Wohnzimmer, weiter in den Garten. Hier bekommen wir ein Hochbeet zu sehen, wo die Beiden beispielsweise Grünkohl anpflanzen. Außerdem können wir den legendären Gartenzaun nun einmal selber betrachten, mit dem der Hausherr Prante ungeliebte Nachbarn und Touristen von seinem Grundstück fernhält. Er ist zwar ganze 2 Meter hoch und sichert gut die Außengrenzen seines Grundstückes. Mit dem „Antifaschistischen Schutzwall“ (Offizielle Bezeichnung der Berliner Mauer) hat er dann leider doch weniger gemein als erwartet.

Ein wichtiges Element des alltäglichen Lebens im Hause Prante fehlt allerdings noch: Seine Katzen. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, mag er diese ausgesprochen gerne. Häufig erwähnt er sie auch im Unterricht. Beide sind ca. 10 Jahre alt. Kater Lukas (im Bild) litt unter Diabetes und musste täglich mit Spritzen versorgt werden. „Andere hätten eine so kosten- und zeitintensive Katze schon längst im Graben versenkt“, erklärt er uns, er jedoch hänge sehr an seinen beiden Katzen. Nach monatelanger Behandlung konnte der Kater dann aber überraschenderweise seine Krankheit besiegen und ist nun – zur Freude aller Beteiligten – auf keine Spritzen mehr angewiesen.

Die andere Katze hört auf den Namen Paula und kommt aus dem Tierheim. Ihr Fell ist weiß und sie scheint weniger zutraulich als Kater Lukas. Tagsüber verbringen die Katzen ihre Zeit draußen, nachts jedoch bleiben sie drinnen. Da sie beide nicht mehr die Jüngsten sind, würden sie sich zudem auch nicht mehr allzu weit vom Haus entfernen.

Wir erfahren noch sehr viel über italienisches Essen und Reiseziele in Italien. Ein vielseitiges Land. Herr Prante und seine Frau verbringen dort sehr gerne sehr viel Zeit. Gute Objekte zum Fotografieren finden sich quasi an jeder Ecke.

Doch so gerne wir noch weiter quatschen würden, es ist bereits spät geworden, denn den nächsten Tag müssen wir zur Schule. Und so setzten wir uns wieder ins Auto und fahren zurück nach Varel.

Vielen Dank an Herrn Prante!

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