Gummistiefel-Weitwurf

Wir befinden uns im Jahre 2021 n.Chr. Ganz Europa ist von der Großmacht Fußball besetzt… Ganz Europa? Nein! Von unbeugsamen Europäern bevölkerte Dörfer hören nicht auf, dem Eindringling Fußball Widerstand zu leisten. 

Denn hier spielt der Fußball eine weniger große Rolle und auch andere große Sportarten stehen Seite an Seite mit uns unbekannten Sportarten.

Der erste Blick richtet sich in den hohen Norden. Denn in Finnland liegen die Ursprünge des Gummistiefelweitwurfs. Zwar ist der genaue Ursprung ungeklärt, jedoch erinnerte man sich 1975 an diese Sportart zurück und der Gummistiefelweitwurf wurde als offizieller Mannschaftssportart eingetragen.

Gleichzeitig wurde ein umfassendes Regelwerk eingeführt, wobei der Name des Sports das Ziel deutlich macht: Möglichst weit den Gummistiefel werfen. Welcher Gummistiefel geworfen werden muss, ist jedoch geschlechterabhängig. So werfen Männer mit der Schuhgröße 43 und die Frauen mit Schuhgröße 38. Dies entspricht dem Gewicht von einem Kilogramm bzw. 850 Gramm.

Heute ist der Gummistiefelweitwurf ein Nationalsport in Finnland.

Doch die Sportart ist auch in einigen anderen europäischen Ländern verbreitet, weshalb im Jahr 2007 sogar die Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf in Berlin ausgetragen wurde. Aktuell gibt es in Deutschland sieben offizielle Gummistiefelweitwurf-Vereine, sechs davon im Osten Deutschlands.

Doch nicht nur die Finnen haben ihre eigene Sportart, auch die Schweizer haben mit dem Schwingen eine Nationalsportart, welche den meisten unbekannt sein dürfte.

Das Schwingen wurde bereits im 13. Jahrhundert zum ersten Mal dargestellt. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Sportart jedoch kaum noch praktiziert. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Sportart Schwingen wiederbelebt, da unter französischer Fremdherrschaft das Nationalbewusstsein der Schweizer gestärkt werden sollte.

Schwingen ist eine Art Ringen, jedoch sind die Griffe bzw. Schwünge fest vorgegeben. Die fünf Hauptschwünge sind: Brienzer, Bur, Hüfter, Kurz und Übersprung.

Der gesamte Kampf findet auf Sägemehl statt. Dabei ist festgelegt, dass der Gewinner dem Verlieren das Sägemehl von den Schultern wischt.

Weitere Sportarten zum Selber recherchieren:

Amateurfunkpeilen (Schweiz), American Handball (Irland; Schottland), Baumstammwerfen (Schottland), Axtwerfen (Schweden), Bügelspiel (Belgien, Niederlande), Einradhockey (Deutschland), Faustball (Italien), Hornussen (Schweiz), Hurling (Irland), Jugger (Deutschland), Kaatsen (Belgien), Kiiking (Estland), Pesäpallo (Finnland)

Erkennbar ist also, dass Europa auf verschiedenen Ebenen, somit auch im Sport, vielfältig ist. Sport hat sich jedoch über die Grenzen hinweg verbreitet, weshalb man zwischen einigen Sportarten Verbindungen ziehen kann. Ergänzt wurden teils nur Merkmale, welche der natürlichen Umgebung des jeweiligen Landes entsprechen.

Das Ziel der Sportarten war jedoch immer das gleiche. Es ging um einen fairen Wettbewerb und den Zusammenhalt. Das sollte auch heutzutage das Ziel sein.

Autoren

  • Seit vergangenem Jahr ist Malter der unabhängige Sport-Redakteur des Kaktus. Handball ist seine große Leidenschaft.

Veröffentlicht von Malte Fegter

Seit vergangenem Jahr ist Malter der unabhängige Sport-Redakteur des Kaktus. Handball ist seine große Leidenschaft.

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