In diesem Jahr ist alles anders. Viele Dinge, die sonst das schulische Leben etwas schöner machen, sind seit Corona nicht mehr möglich. Doch wir Kaktus-Redakteure sind optimistisch, dass bald wieder etwas mehr Normalität in unseren Schulalltag einkehrt und somit auch die zusätzlichen  Angebote neben dem Unterricht wieder stattfinden können.Wir haben uns über unsere Erinnerungen an diese oftmals unterschätzten Dinge ausgetauscht und ich möchte sie im Folgenden gerne mit euch teilen. Vielleicht schleicht sich auf diesem Weg ein wenig Vorfreude auf die Zeit nach Corona bei euch ein, in der das Schulleben am LMG hoffentlich wieder wie gewohnt ablaufen kann.

Wir alle sind daran gewöhnt, dass die Pausenhalle und das Forum so überfüllt sind, dass man sich nur mit allergrößter Mühe zum Ausgang durchkämpfen kann, wenn es zum Stundenbeginn klingelt. Jetzt ist das Forum ziemlich leer und der alleinige Rückzugsort des 13. Jahrgangs und wahrscheinlich wäre die Anzahl der Personen, die die Pausenhalle betreten dürfen so wie beim Forum begrenzt. Sie befindet sich aber gerade im Umbau. Ich hätte es nie gedacht, doch mir fehlt die vollkommen überfüllte Pausenhalle.

Insgesamt kann man sagen, dass sich  das gemeinschaftliche Leben an der Schule verändert hat. Jedoch gibt es nun eine neue Cafeteria, deren Sitzbereich zwar noch unbesetzt ist, die aber mit ihren zahlreichen, günstigen und vor allem leckeren Angeboten eine sehr gute Alternative zum momentan chaotischen Einkauf bei Edeka darstellt. Die Pausen sind generell anders als vorher, weil es gar nicht so leicht ist, sich die Zeit zu vertreiben, wenn man zu allen Schülern mindestens 1,5 Meter Abstand halten soll. Gerade die jüngeren Schüler langweilen sich vermutlich, was zusätzlich noch dadurch verstärkt wird, dass sie sich keine Spielgeräte mehr ausleihen können. Also muss statt Waveboard und Co. entweder ein Ball (ohne Anfassen!) oder die eigene Kreativität herhalten.

Zwar finden viele AGs auch nicht mehr statt, doch kann der Austausch von Schülern unterschiedlicher Kohorten zumindest virtuell durch Videokonferenzen gewährleistet werden. Auch wenn man sich von anderen Kohorten isoliert fühlt, ist meiner Meinung nach der Zusammenhalt in der Kohorte stärker geworden, weil man die Anwesenheit aller Mitschüler eines Kurses nicht mehr als selbstverständlich ansieht. Gerade weil der notwendige Abstand zueinander dafür sorgt, dass die emotionale Nähe zu Freunden nicht mehr so wie vorher durch Umarmungen oder Ähnliches aufrechterhalten werden kann, haben für mich kleine Gesten, wie ein Lächeln (sofern man es trotz Maske sehen kann) oder das Abgeben eines Schokoriegels eine viel wichtigere Bedeutung als vorher bekommen. Dabei muss man sagen, dass verpackte Süßigkeiten allgemein bedeutender geworden sind, sodass sie statt dem sonst so beliebten selbstgebackenen Kuchen an Geburtstagen verteilt werden. Dies ist doch keine schlechte Alternative und sorgt zudem auch für eine gewisse Abwechslung. Natürlich gehört auch das Geburtstagsständchen, welches normalerweise von der Klasse oder vom Kurs für das Geburtstagskind gesungen wird, an Geburtstagen dazu. Zwar müssen wir zurzeit auf das Singen verzichten, doch kann man ,,Happy Birthday“ auch klopfen oder klatschen, was ich an meinem Geburtstag nicht nur sehr amüsant fand, sondern generell auch als ganz besondere Erinnerung niemals vergessen werde. Auch auf die legendären Grußkarten, die eigentlich von der SV kurz vor Weihnachten verkauft werden, mussten wir im vergangenen Jahr verzichten. Doch so mussten wir kein Weihnachtslied vor der ganzen Klasse singen, um die Karten zu erhalten, was ja normalerweise ein fest etablierter Brauch am LMG ist, der ja ganz lustig ist, außer wenn man selbst mit dem Singen dran ist.

Außerdem hat sich der Unterricht an sich stark verändert, weil das erste Mal Homeschooling als tragende Alternative für Präsenzunterricht für mehrere Wochen eingeführt wurde. Für viele bedeutete dies eine zusätzliche Belastung zu den Veränderungen im außerschulischen Umfeld, weil man sich, im Gegensatz zu vorher, eingeschränkter mit Lehrern über mögliche Probleme beim Erledigen der Aufgaben austauschen konnte. Dies sorgte dafür, dass man mehr oder weniger auf sich alleine gestellt war, sodass vermutlich viele die Schulzeit stressiger als sonst wahrgenommen haben. Doch sorgt Homeschooling nicht, trotz aller Schwierigkeiten, auch für mehr Selbstdisziplin?

Das Fach, was sich während des Präsenzunterrichts wohl am meisten verändert hat, ist Sport. Mannschaftssportarten lassen sich unmöglich ohne Körperkontakt ausüben, also mussten diesbezüglich auch Alternativen, wie Tischtennis oder Badminton, gefunden werden. Zusätzlich können die Sportlehrer und ihre Schüler ihre Beweglichkeit bei Dehnübungen beweisen, wenn man diese vom Platz her mit ausreichend Abstand zueinander als Gruppe ausüben kann. Das kann viel Spaß machen und auch sehr lustig sein. Leider ist es derzeit unmöglich, Sporttuniere zu veranstalten, doch vielleicht können wir uns dafür auf eine Mini-EM im neuen Jahr freuen.

Allerdings fallen jegliche außerschulische Angebote des LMGs zurzeit komplett weg. So gibt es momentan keine Chorfahrten mehr, der Theaterbus und die damit verbundenen, unvergesslichen Besuche eines Balletstücks oder einer Oper sind ausgefallen und sowohl sonstige wesentliche Ausflüge zu Preisverleihungen oder Fußballspielen als auch Weiterbildungen für das Erste-Hilfe-Team konnten nicht wahrgenommen werden.

Nicht zu vergessen sind die Klassenfahrten oder auch die Seminarfahrten nach London oder Kopenhagen, die ins Wasser gefallen sind und auf die man sich schon ewig  gefreut hat. Auch wenn dies sehr schade ist, finden sich garantiert Möglichkeiten, um diese nachzuholen und im Falle der Seminarfahrten hat man so eine Gelegenheit, um vielleicht noch nach dem Abi eine gemeinsame Fahrt zu unternehmen.

Corona hat vieles in unserem Schulleben verändert und erschwert, doch für die meisten Dinge, die dieses prägen, lassen sich Alternativen finden, die auch am LMG schon vermehrt Anwendung finden. Wir alle finden oder haben zusammen also kreative Lösungen gefunden, um gemeinsam die Herausforderungen zu überwinden, vor die uns das Virus stellt. Es ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, die eingeschränkten Angebote und allgemein die kleinen Dinge, die zur Zeit das schulische Leben ausmachen, zu schätzen, statt sich auf all das zu fokussieren, was momentan nicht möglich ist. Auch wenn wir momentan noch nicht wissen, wann wieder Normalität in der Schule einkehren wird, ist eines sicher: All die eigentlich gewohnten Freiheiten, die das schulische Leben normalerweise prägen,werden bald wieder statt Ausnahme wieder  Alltagsein, auch wenn wir uns vielleicht noch ein wenig gedulden müssen.

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