Wie man mit einem Mord davonkommt

Gerade jetzt, wenn wir alle sehr viel Zeit zu Hause verbringen, schauen wohl viele von uns vermehrt Serien auf Netflix und Co. Daher habe ich zuletzt eine Krimi-Serie,  „How to Get Away with Murder“, neu für mich entdeckt. Diese Serie hat mich über die Weihnachtsferien gefesselt und mitgerissen, so sehr, dass ich sie im Folgenden gerne näher vorstellen möchte.

Die Hauptperson stellt die Anwältin und Professorin Annalise Keating dar, die an einer Universität in Philadelphia in ihrem Kurs ,,How to Get Away with Murder“ ihren jungen Studenten und Studentinnen die Grundlagen des Strafgesetzes näherbringt. Aus diesem Kurs werden die fünf Besten, nämlich Wes, Laurel, Connor, Michaela und Asher,ausgewählt, die zusammen mit Keatings Assistenten, Bonnie und Frank, Mrs. Keating bei der Verteidigung ihrer Klienten helfen. In jeder Folge beschäftigt sich das Team mit einem neuen Fall und versucht einen Freispruch für Keatings Mandanten zu erzielen. Dies scheint für den Zuschauer in den meisten Fällen unmöglich zu sein, weil die Beweise oftmals gegen den Angeklagten sprechen. Allerdings finden Annalise Keating und ihr Team fast immer einen Weg oder decken kriminelle Machenschaften auf, die im Zusammenhang mit einem Fall stehen, wobei ihr Vorgehen nicht immer ganz legal ist. Doch so schaffen sie es unter anderem, das Schicksal eines zum Tode verurteilten Mannes, der bereits 21 Jahre unschuldig in Haft gesessen hat, oder das einer Frau, die zusammen mit ihrem Mann zwei junge Frauen in ihrem Keller festhält, zu beeinflussen. Keating muss sich als afroamerikanische Frau bei ihrer Arbeit auch zahlreichen Vorurteilen entgegenstellen und setzt sich oftmals vor Gericht auch für Minderheiten ein.

Allerdings wird das Team selbst in einen Mord verwickelt und die privaten Probleme der Anwältin spitzen sich zu, sodass die sonst so toughe und unnahbare Annalise Keating droht, unter all den Druck zusammenzubrechen.

Insgesamt gibt es sechs Staffeln der Serie, wovon fünf bereits auf Netflix verfügbar sind, wobei die letzte spätestens im nächsten Jahr folgen müsste.

Meiner Meinung nach spielt Viola Davis die Rolle der  Rechtsanwältin Annalise Keating sehr eindrucksvoll und überzeugend, weshalb sie verdient für diese Rolle einen Emmy bekommen hat. Die Serie lebt sowohl von dem skrupellosen Handeln der Anwältin als auch von ihrem unermüdlichen Einsatz für ihre Klienten, sodass ich als Zuschauerin zunächst hin und hergerissen war, ob ich nun Abneigung oder Sympathie für sie empfinden soll. Doch genau diese Zerrissenheit trägt dazu bei, dass man bei den spannenden Fällen der Kanzlei von Keating mitdenkt und verzweifelt versucht, einen Weg zu finden, um für den betreffenden Mandanten einen Freispruch erzielen zu können. Man wird also sozusagen zum sechsten Studenten, der zum Team von Annalise Keating gehört.

Gerade das macht diese Serie so spannend und sehenswert. „How to Get Away with Murder“ hat ein sehr großes Suchtpotenzial, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte, mir neue Folgen der Serie anzuschauen. Ich kann diese Serie jedem empfehlen, der sich für Krimiserien voller Nervenkitzel und Drama interessiert oder der einfach eine Serie sucht, bei der man mitdenken muss. Dieser Serientipp ist also perfekt, wenn es draußen mal wieder in Strömen regnet oder man am Wochenende vom stressigen Schulalltag abschalten möchte.

Die Serie „How to get away wit murder“ findest du auf NETFLIX.

Können Sie das bitte wiederholen?

Klappern, Klirren und Knallen: Diese Geräusche hört man täglich, wenn man Unterricht im A-Trakt hat. Für uns alle ist der Umbau des N-Trakts nicht zu übersehen: Der Schulhof ist kleiner, mit Gerüsten versehen und das ein oder andere Auto eines Bauunternehmens steht auf dem Hof. Doch dieser länger andauernde Prozess wird nicht nur durch die Verlegung der Naturwissenschaften im Klassenraum bemerkbar, sondern wird vor allem durch den Baulärm, der besonders im A-Trakt zur Qual wird, deutlich. Durch den ständigen Lärm wird der Unterricht häufig gestört und das Verstehen anderer Mitschüler und der Lehrer wird zur Herausforderung. Vor allem in den Fremdsprachen, wo die Ohren sowieso besonders gespitzt sein müssen, versteht man häufig nur einen Bruchteil der gesprochenen Sätze. Nicht nur die Verständigung miteinander leidet unter dem Lärm, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit. Besonders zur aktuellen Zeit, wo Fenster und Türen stets geöffnet sind, dringen die Geräusche noch stärker ins Unterrichtsgeschehen ein. Auch wenn der Unterricht aus dem Raum A26 teilweise verlegt wurde, wird das Lernen in den anderen Räumen, wie beispielsweise A24, weiterhin durch den Umbau des N-Trakts beeinträchtigt und das Problem bleibt weiterhin ungelöst.

13 Dinge…

13 Dinge, die ich in 13 Jahren Schulzeit…

gelernt habe:

  • schlimmer geht es immer,
  • auch in der Schule gibt es schöne und gute Tage,
  • das Halten  und Präsentieren von Referaten,
  • was Digitalisierung von Schulen wirklich bedeutet,
  • dass eine Renovierung nicht bedeutet, dass etwas verbessert wird,
  • wie man Freundschaften führt,
  • Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein,
  • dass Lehrer auch Fehler machen,
  • dass 13 Jahre sich zwar nach einer sehr langen Zeit anhören,  aber wie im Flug vergehen.
  • Wenn Lehrer davon sprechen, dass als nächstes etwas Spannendes behandelt wird, sprechen sie ausschließlich von ihrer Sichtweise, weshalb man sich nicht zu früh freuen sollte.
  • Hausaufgaben können durchaus sinnvoll sein.
  • Nur weil man während des Unterrichts ständig auf die Uhr schaut, ist dieser nicht automatisch schneller vorbei. Diese Aktion bewirkt eher, dass die ersehnte Rückkehr nach Hause rein gefühlstechnisch noch weiter nach hinten rückt.
  • Wenn du andere aus dem Jahrgang das erste Mal siehst, lass dich nicht von Vorurteilen leiten, die Zeit wird zeigen, dass Freundschaften auch aus vorherigen Abneigungen entstehen können.

nicht gelernt habe:

  • die Bearbeitung von Steuererklärungen, den Umgang mit Steuern,
  • wie man mit Fehlern umgeht,
  • das Arbeiten in Teamwork,
  • wie man ein Mathe-Genie wird,
  • wie man seinen Tagesablauf so strukturiert, dass man neben der Schule seine Hausaufgaben erledigen, ein wenig Freizeit haben und auch noch genug Schlaf bekommen kann,
  • wie man Selbstvertrauen aufbaut,
  • handwerkliche Fähigkeiten,
  • wie man mit Stress umgeht,
  • den Umgang mit Geld und Investitionen,
  • einen genaueren Umgang mit dem Versicherungssystem, eine genauere Betrachtung der einzelnen Versicherungen und  auch Beachtung der Notwendigkeit, beziehungsweise der fehlenden Notwendigkeit dieser Versicherungen,
  • wie man seine ersten Tage im Beruf oder an der Universität gestalten, wie man an diese herangehen sollte,
  • wie man das Homeschooling durchsteht, ohne komplett durchzudrehen.
  • Die persönliche Leistung ist nicht das wichtigste im Leben, man sollte auch das Menschliche beachten. Dabei sind Vergleiche mit anderen kontraproduktiv und setzen einen nur unter Druck.

Das iServ-Debakel

Dunkel erinnern wir uns an den Iserv -“Lockdown“ gegen Ende des vergangenen Schuljahres. Das Modul konnte weder durch Schüler oder Lehrer zur Kommunikation oder für Aufgaben genutzt werden. Grund dafür:  Das missglückte Management der Glasfaserkabelverlegung für ein schnelleres und besseres Netz im Schulsystem.

Aber nicht nur Iserv bereitet hin und wieder Probleme, sondern vor allem die Technik für die Digitalisierung der Schule sorgt für einige Schwierigkeiten.

Was sind die Hindernisse und wie kann man die lösen?

1. Digitalisierung im Klassenraum

Einerseits finden sich in den Klassen kaputte Tageslichtprojektoren und  teilweise sich von den Wänden lösende Kreidetafeln. Das alles zu digitalisieren würde sehr viel kosten.  Andererseits ist es uns Schülern aber auch nur begrenzt bzw. gar nicht erlaubt, Medien, wie etwa Tablet und Smartphone, im Unterricht zu benutzen.

Natürlich ist die Schülergemeinschaft selbst dafür verantwortlich, welche Meinung die Lehrer oder die Schulleitung über Handynutzung am LMG haben. Jedoch ist es widersprüchlich, den Zugang zu neuen Medien umständlich zu machen, dafür aber die veralteten Methoden nicht instand zu halten.

2. Die Lehrer müssen lernen

Dass wir zu wenig Lehrer haben, die sich mit den Medien im Klassenraum wirklich gut auskennen, sollte den meisten aufgefallen sein. Doch was sind die Folgen, wenn wir an der Schule so gut wie keine IT-Fachkräfte haben und die Lehrer keine richtige Schulung bekommen?

Der Unterricht verzögert sich, alles zieht sich in die Länge, wenn unter Umständen noch andere Lehrkräfte zur Bewältigung des Problems geholt werden müssen. Aufgrund der Covid-Pandemie hängt der Lehrplan sowieso schon hinterher.

Und viel schlimmer noch- durch falschen Umgang mit den Medien könnten Geräte kaputt gehen, während die Wartung durch IT-Fachkräfte vom Landkreis auf sich warten lässt.

3. Iserv

Erst vor wenigen Wochen war es uns als Schülerzeitung unmöglich, eine Videokonferenz mit der Redaktion in der Schule abzuhalten. Die Iserv-Probleme hängen nicht nur vom Server ab und haben durchaus auch etwas mit dem Internetanschluss der Schule zu tun. Die Aussetzer erwiesen sich schon mehrfach als Hindernis, wenn es darum ging, Module zu nutzen, Konferenzen abzuhalten oder Aufgaben zu bearbeiten und abzuschicken. Gerade für den Online-Unterricht bzw. das Homeschooling, welches in Szenario B während der Corona-Zeit wieder eintreten könnte, ist es unabdingbar, dass sowohl in der Schule als auch beim häuslichen Anschluss alles einwandfrei funktioniert.

Im Grunde kann man also festhalten, dass es in der Schule noch an Digitalisierung mangelt und noch zu wenig Wissen über den Umgang mit neuen Methoden, sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite, vorhanden ist.

Durch z.B. eine Schulung der Lehrer wäre man flexibler, wenn es um die Lösung von technischen Problemen geht. Auch sollte den Schülern klargemacht werden, welche Verantwortung es mit sich bringt, falls die Benutzung von Mobilgeräten uneingeschränkt erlaubt würde. Natürlich ist es Sache der Schulleitung, wie sie mit der Digitalisierung des LMGs umgeht.

Wir alle sollten uns aber auch im Klaren sein, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann.

Südkorea: Partner der Europäischen Union

Noch im Jahr 1960 gehörte Südkorea zu den ärmsten Entwicklungsländern der Welt. Der Koreakrieg hatte Millionen Koreaner das Leben gekostet; das Land hielt sich nur noch mithilfe von UN-Hilfslieferungen mühsam auf den Beinen.

Heute nimmt das ehemalige Agrarland jedoch Platz 12 im Weltwirtschaftsrang ein; Südkoreas Hauptstadt Seoul hat sogar die viertgrößte Wirtschaftsleistung weltweit.

Doch wie kam es überhaupt zu einer derart rasanten Wirtschaftsentwicklung?

Um die Frage beantworten zu können, sollten wir die damalige Situation etwas genauer betrachten:

Nach der 35-jährigen Kolonialherrschaft Japans über Korea wurde der nördliche Teil der koreanischen Halbinsel von sowjetischen Truppen besetzt, der Süden wurde zum Interessengebiet der USA. Es entstanden zwei Staaten: Nord- und Südkorea.

1950, einige Jahre nach der Teilung und nach gegenseitigen Grenzübertretungen beider Staaten überschritt die nordkoreanische Armee, unterstützt durch Panzer und die Luftwaffe, die Grenze nach Südkorea. Ein dreijähriger Krieg, auch „Bruderkrieg“ genannt, wurde entfacht, der letzten Endes mit einem Waffenstillstand endete; Frieden wurde bis heute offiziell nicht geschlossen.

In den darauffolgenden Jahren sah die Lage in Südkorea nicht gut aus: Ein großer Teil von Südkoreas wichtigsten Städten und die wenigen Fabriken, die es gab, waren zerstört worden, die Infrastruktur lag in Schutt und Asche und es gab Millionen Tote zu beklagen. Gleichzeitig strömten Flüchtlinge aus dem kommunistischen Nordkorea in das Land und es gab einen Mangel an Ressourcen, da Südkorea keine großen Bodenschätze hatte.

Eine Verbesserung der Lage war nicht in Sicht.

Die Unruhen innerhalb des Landes verstärkten sich, und schließlich putschte sich das südkoreanische Militär an die Macht. Es wurde mit harter Hand regiert, aber trotzdem ging es mit der Wirtschaft bergauf. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea wurden mit einem Vertrag normalisiert und Fünf-Jahres-Pläne wurden zur Hilfe für die Wirtschaft eingeführt. Dabei wurde auf niedrige Löhne und auf gut ausgebildete Arbeiter gesetzt, und ab Mitte der 60er Jahre erhielten wenige vom Staat ausgewählte Familienunternehmen eine staatliche Sonderförderung. Die Unternehmen, Chaebol genannt, wurden zu Großkonzernen. Durch die Sonderförderung konnten sie schnell weltweit expandieren und sich zu Großkonzernen von Weltrang entwickeln, was die südkoreanische Wirtschaft stark aufbaute.

Besonders wichtig für die Entwicklung Südkoreas war und ist aber auch der Bildungswille in der südkoreanischen Bevölkerung. Bildung und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, auch auf technologischer Ebene, nimmt einen hohen Stellenwert in der südkoreanischen Gesellschaft ein, und es lag auch an diesem Streben nach Verbesserung, dass Südkorea sich in diesem Maße entwickelte. 

Heute gehört das Land zu den Tigerstaaten Asiens. Der Name ist angelehnt an die Energie eines Tigers, wenn er zum Sprung ansetzt. Er ist ein Hinweis auf die Stärke des Wirtschaftsaufschwungs in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Geht man durch die Straßen von Südkoreas Hauptstadt Seoul, sieht man von Glas überzogene Wolkenkratzer und moderne  Einkaufszentren , aber auch große Grünflächen mit traditionellen Häusern und Tempeln. Es gibt keine Spur mehr von den Ereignissen im Krieg, die zur neunzigprozentigen Zerstörung Seouls führten, keine Spur von dem früheren Einmarschieren nordkoreanischer Truppen in die Großstadt.

Wie man sieht, hat sich Südkorea also in weniger als einer Generation stark verändert.

Aus einem von einem Krieg nahezu zerstörten Land ist ein modernes Land mit einer der bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt geworden, und das ist eine beachtliche Leistung.

Portugal: Mehr als CR7

Das heutige Portugal spielt auf der internationalen Bühne eine eher geringe Rolle. Auch in der europäischen Union steht das Land eher im Schatten der größeren Mitglieder wie Frankreich oder Deutschland. Aber das war nicht immer so. Im Zeitraum vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, dem sogenannten Zeitalter der Entdeckungen, war Portugal eine führende europäische Handels- und Seemacht. Wie kam es dazu?

Ende des 14. Jahrhunderts starb in Portugal die bis zu dem Zeitpunkt herrschende Königsdynastie aus und der nichteheliche Sohn Johann von Avis rief sich zum König aus und gründete damit die neue Königsfamilie, das Haus Avis. Unter der Herrschaft der Avis-Könige setzten portugiesische Seefahrer immer mehr auf Erkundungsfahrten per Schiff, vor allem entlang der Westküste Afrikas. Initiator vieler dieser Erkundungsfahrten war der Sohn des damaligen Königs Johann, der heute unter dem Namen Heinrich der Seefahrer bekannt ist. Ein weiterer wichtiger Vertreter der portugiesischen Entdecker ist Vasco da Gama. Dieser gilt als Entdecker des Seewegs um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien. Die Entdeckung dieser Route ermöglichte es den Portugiesen, mit den bisher auf dem Seeweg noch unerreichten asiatischen Staaten Handel zu treiben. Der Seehandel brachte großen Reichtum in das kleine Land in Westeuropa. Auch kulturell hatte Portugal in dieser Zeit einiges zu bieten. Im 16. Jahrhundert schuf der Dichter Luís de Camões verschiedene Werke, die noch heute als die bedeutendsten Werke der portugiesischen Literatur angesehen werden. Luís de Camões gilt als Nationalheld und sein Todestag, der 10 Juni, wurde zum Nationalfeiertag gewählt.

Diese Blütezeit Portugals nahm ab, als Ende des 16. Jahrhunderts das Königshaus der Avis ausstarb und Portugal teilweise unter spanische Herrschaft geriet. Dieser Verlust der politischen Unabhängigkeit und diverse Kriege im 17. Jahrhundert sorgten dafür, dass Portugal seinen internationalen Einfluss verlor. Den Schlussstrich unter dieses Kapitel der portugiesischen Geschichte setze dann das Erdbeben von 1755, welches Lissabon, die Hauptstadt Portugals, verheerend zerstörte.

Die Portugiesen erinnern heute mit dem Denkmal der Entdeckungen an diese Zeit. Das Steinmonument mit Aussichtsplattform steht am Ufer des Flusses Tejo in Lissabon und zeigt 33 wichtige Persönlichkeiten aus dem Spätmittelalter. Unter ihnen befinden sich auch Heinrich der Seefahrer, Vasco da Gama und Luís de Camões.

Ungarn: My House in Budapest

Ungarn:  Dieses Land  wird meist nur negativ in den Nachrichten wahrgenommen, wenn wieder über den Haushaltsplan der Europäischen Union verhandelt wird oder mangelnde Menschenrechte in Europa thematisiert werden. Doch nicht nur diese immer wiederkehrenden Nachrichten lassen den Puls vieler Europäer explodieren, sondern auch die Verzweiflung beim Zauberwürfel, welcher 1974 von einem ungarischen Bauingenieur erfunden wurde.

Nicht nur der Zauberwürfel hat es geschafft, ganz Europa in den Bann zu ziehen. Auch das tägliche Mittagsläuten der Kirchen um 12 Uhr haben die Ungarn mit zu verantworten. Denn 1456, genauer gesagt am 29. Juni, ließ der damalige Papst viele Kirchenglocken zeitgleich um 12 Uhr mittags läuten, damit die Bevölkerung für einen ungarischen Feldherren beten kann, welcher zu dem Zeitpunkt das nach Meinung des Papstes christliche Abendland gegen die Türken verteidigen wollte.

Aber damit nicht genug, auch die Kartoffelchips Geschmacksrichtung „ungarisch“ zeigen deutlich die Verbindung zu Ungarn. Der simple Grund: In Ungarn kocht man gerne mit Paprika. Da auf den Chips Paprikapulver ist und auch viele Paprikas aus Ungarn nach Deutschland kamen, bot sich der Name an.

Nicht nur der Name der Chipsgeschmacksrichtung ist einfach zu erklären, auch der Name der ungarische Hauptstadt Budapest ist schnell erklärt.

Die Hauptstadt Ungarns ist aus den Städten Buda, Pest und Óbuda entstanden, wobei Óbuda schon früh in die Stadt Buda eingegliedert wurde. Pest kommt natürlich nicht von der wohl bekanntesten Seuche, sondern bedeutet so viel wie Ofen. Das erklärt auch, warum Budapest heute die größte Kurstadt Europas ist. Denn eine Verwerfung der Erdkruste, die durch das Zusammentreffen der Budaer Berge und der großen Tiefebene entstanden ist, lässt viele Millionen Liter heißes Wasser in die vielen Thermen Budapests sprudeln. So darf sich Budapest eigentlich offiziell „Bad Budapest“ nennen.

Nicht nur Zauberwürfel und die vielen Thermen sind das Werk der Ungarn. So wurde in Budapest auch die dritte U-Bahn der Welt gebaut und heute fahren alle über 65 jährigen, welche in Ungarn oder einem anderen Teil der EU leben, in Ungarn kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Damit jedoch nicht genug. Auch weitere Dinge machen Ungarn einzigartig. So kommen besonders Weinkenner und Genießer auf ihre Kosten, denn die Trauben für den bekannten und beliebten Tokajer, dessen Name sogar besonders geschützt ist, werden zum großen Teil im nördlichen Ungarn angebaut.

Nicht nur Name des Weins wird in Ungarn geschützt, sondern auch der einer  Schweinerasse. Denn die Schweinerasse Mangalica hat Locken! Diese Wollschweine, welche größenteil in Ungarn beheimatet sind, gehören zu den fettesten der Welt. Mit sagenhaften 65% bis 70% Fett! Zum Vergleich: Ein Schwein, welches bei den meisten von uns auf dem Teller liegt, hat im fettreichsten Bereich einen Anteil von 20% Fett.  So wird das Wollschwein in Ländern wie der Schweiz und Österreich immer beliebter und die Zucht des ungarischen Schweines nimmt zu.

Norwegen: Auf zum Nordkap!

Norwegen: Ein Land, das beim jährlichen Glücksreport meist ganz vorne dabei ist. So wie 2019, da wurde Norwegen das drittglücklichste Land der Welt.

Doch nicht nur die Norweger selbst sind glücklich.

Auch die Dortmunder, die den Norweger Erling Haaland, den „Brecher mit dem Babyface“, unter Vertrag haben oder die Handballer des THW Kiel, welche sich über die Dienste des vermeintlich zukünftigen Welthandballers Sander Sagosen freuen dürfen, sind glücklich.

An dieser Stelle sollte man jedoch insbesondere die norwegische Nationalmannschaften der Frauen im Fußball und Handball in den Mittelpunkt setzen, da die jeweilige Nationalmannschaft in beiden Disziplinen zur Weltspitze gehört.

Wenn man in Bezug auf Norwegen von Sport redet, kommt man an den Skiern einfach nicht vorbei. Schließlich kommt das Wort Ski aus dem Norwegischen und bedeutet so viel wie „gespaltenes Holz“.

So sorgen also auch die Sportarten regelmäßig für Ekstase bei den Norwegern, da man mit Handball, Fußball, einem Schachgroßmeister und den Skifahren zur Weltspitze gehört.

Die Norweger machen sich nicht nur selbst glücklich, auch ein Klischee-Niederländer kann sich über die Ideen der Norweger freuen. Denn der geliebte Käse lässt sich deutlich besser mit einem Käsehobel schneiden, eine Erfindung des Norwegers Thor Bjørklund.

Apropos Thor. Nicht nur die bekannte nordische Mythologie, der sich die Marvel-Filme schon bedient haben, bleibt ein Irrglaube. Noch heute hält sich das Gerücht, dass auf Spitzbergen die Geburt eines Kindes verboten sei. Warum hält sich dieses Gerücht so lange? So genau kann man das nicht sagen, jedoch reisen werdende Mütter kurz vor der Geburt meist ans Festland, da dort die medizinische Versorgung besser ist. Ein Verbot gibt es aber folglich nicht.

Doch auch das Sterben soll vielen Quellen nach dort verboten sein. Auch dies ist völliger Unsinn. Der einzige Grund für die wenigen Toten ist, dass viele Altenheime und Krankenhäuser auf dem Festland sind, da sie dort bessere Ausstattung haben. So zieht es vor allem ältere Menschen auf das Festland. Unsterblich ist  keiner außer Thor.

Island: Land der Elfen

Island-Ein Land, in dem ein McDonald‘s-Burger eine Attraktion ist. Island ist ein Land, in dem viele der Einwohner an die Existenz von Elfen und manche auch an Trolle glauben, sodass der Verkehr um die Regionen, in denen man diese Zauberwesen vermutet, herumgeleitet wird. Um die möglichen Lebensräume des „verborgenen Volks“ zu finden und diese zu schützen, gab es in der Vergangenheit eine Elfenbeauftragte, nämlich Erla Stefánsdóttir. Die Existenz von Elfen in Island wurde aber bislang noch nicht belegt. Zudem stammt das Islandpony aus dem zweitgrößten europäischen Inselstaat im äußersten Nordwesten des Kontinents. Dieses Kleinpferd beherrscht neben den gängigen Gangarten auch Tölt und Pass, wobei letztere eigentlich eher Giraffen oder Kamelen beherrschen. Hin und wieder verirrt sich aber auch ein Eisbär nach Island, weil diese mittlerweile immer häufiger mit Treibeis aus Grönland nach Island getrieben werden. Als mögliche Ursache werden die abschmelzenden Gletscher in Grönland gesehen. Auch in Island gibt es Gletscher, die sogar etwa elf Prozent der Insel bedecken. Dabei stellt der Vatnajökull, auf Deutsch „Wassergletscher“, den größten Gletscher Europas dar. Zudem gibt es 31 aktive Vulkane auf Island, wobei durchschnittlich alle fünf Jahre einer von ihnen ausbricht. Generell gibt es auf der Insel, die einen Teil des Mittelatlantischen Rückens darstellt, um die 45 Erdbeben pro Tag. Ungefähr ein Drittel der Einwohner Islands wohnt in der Hauptstadt Reykjavik und da viele der Isländer über mehrere Ecken miteinander verwandt sind, gibt es eine App, mit der sich der Verwandtschaftsgrad zu einer neuen Bekanntschaft ermitteln lässt, um so Inzest zu vermeiden. Auch kulinarisch gibt es Besonderheiten, da es seit der letzten Finanzkrise keine McDonald’s-Filialen mehr in Island gibt. Doch man kann den letzten isländischen Cheeseburger besichtigen, weil er seit 2012 in einer Glasvitrine ausgestellt wird.

Wer braucht auch Burger von McDonald’s zum Mittagessen, wenn man stattdessen isländische Nationalgerichte, wie einen fermentierten Hai oder einen gekochten Schafskopf essen kann?

Polen: Czesc wam sasiedzi!

„Den Polen machen“, „Heute gestohlen, morgen in Polen“ und viele weitere Bemerkungen sind, neben anderen Witzen, inzwischen Alltag für unsere polnischen Mitbürger. Doch was macht Polen wirklich aus? Wie sieht es in der Politik aus, wie kommt Polen mit Corona klar? Welche Vorurteile haben die Deutschen den Polen gegenüber?

Fragen über Fragen, die in diesem Artikel möglichst beantwortet werden sollen.

Mit knapp 38 Millionen Einwohnern leben in Polen nur etwa halb so viele Menschen wie in Deutschland. Allein in Berlin leben 2,061 Millionen Menschen mehr als in der Hauptstadt Warschau.

Obwohl Polen zwar der EU beigetreten ist, ist die offizielle Währung der „Złoty“.

Das polnische Regierungssystem ist ein semi-präsidiales System, das heißt: Der Präsident und das Parlament arbeiten zusammen, wobei der Präsident auch ein Mitbestimmungsrecht besitzt.

Fun Fact: Der amtierende Präsident ist Andrzej Duda, die vorherrschende Partei heißt PiS (Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit).

Viele Deutsche, tendenziell eher die älteren Generationen, haben Vorurteile gegenüber den Polen. Vor allem krimineller Raub und hohe Alkoholverträglichkeit werden oft genannt. Und jener Stereotyp wird durch das oftmals vermittelte Bild des wirtschaftlich verarmten und kommunistischen Landes  nicht zwingend verbessert.

Und heute?

„Das Klischee vom unordentlichen Polen, auch als „Polnische Wirtschaft“ bekannt, spielt laut einer deutsch-polnischen Studie („Deutsch-Polnisches Barometer“, Konrad-Adenauer-Stiftung 2020) in den Köpfen der Deutschen kaum noch eine Rolle.

Nur noch etwa vier Prozent der Befragten bringen Polen mit Unordnung und Kriminalität in Verbindung. Auffällig sei jedoch die polnische Seite: Etwa jeder dritte Pole assoziiert Deutschland mit dem Begriff „Krieg“.

„Auf polnischer Seite gibt es eine deutliche Zunahme emotionaler Assoziationen, die mit dem schwierigsten Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte verbunden sind“, sagt Agnieszka Łada, die Leiterin der Studie.

Allerdings sind viele der Klischees und Vorurteile dank der sich entwickelnden Freundschaft zwischen den beiden Ländern aus der Welt geschaffen worden. Und auch das Erlernen von (westlichen) Fremdsprachen bürgert sich in Polen immer mehr ein.

Und wusstest du schon, dass berühmte Persönlichkeiten wie Marie Curie, Chopin und Lewandowski alle aus Polen stammen?

Typisch polnisch…

…sind Piroggi und Bigos, zwei traditionelle polnische Gerichte, die mit Maultaschen und Sauerkrauteintopf vergleichbar sind.

…sind die vielen Traditionen, die für Polen besonders wichtig sind und weitergegeben werden. Vor allem an Weihnachten gibt es einige Bräuche. Zum Beispiel ist es selbstverständlich, zur Mitternachtsmesse zu gehen oder einen zusätzlichen Teller an den Esstisch zu stellen, um einer Verstorbenen Seele zu gedenken oder einem spontanen Gast etwas zu Essen anbieten zu können.

…ist allgemein die große Gastfreundschaft, die in vielen polnischen Familien vorherrscht, vor allem, wenn es um das gemeinsame Essen geht.

Was war in Polen zuletzt aktuell?

  • Spätestens seit der Vierschanzentournee 2020/2021 kennt man die polnischen Skispringer, Kamil Stoch gewann diese zum 3. Mal.
  • Ende Oktober sorgte eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes für Furore in den Medien, was dazu führte, dass viele Frauen demonstrierten und buchstäblich auf die Barrikaden gingen.

Und auch die Covid-Pandemie traf Polen hart. Während zu Anfang noch strenge Einschränkungen galten, wurden diese teilweise wieder gelockert und gegen Weihnachten wieder zurückgenommen.

Ca. 1,4 Mio. Fälle wurden insgesamt in Polen gemeldet, davon etwa 31.000 Tote.

Polen entspricht längst nicht nur den veralteten Vorstellungen der älteren deutschen Generation, sondern entwickelt sich zunehmend positiv, sofern der Rückgang des politischen Fortschritts nicht beachtet wird.