Ungarn:  Dieses Land  wird meist nur negativ in den Nachrichten wahrgenommen, wenn wieder über den Haushaltsplan der Europäischen Union verhandelt wird oder mangelnde Menschenrechte in Europa thematisiert werden. Doch nicht nur diese immer wiederkehrenden Nachrichten lassen den Puls vieler Europäer explodieren, sondern auch die Verzweiflung beim Zauberwürfel, welcher 1974 von einem ungarischen Bauingenieur erfunden wurde.

Nicht nur der Zauberwürfel hat es geschafft, ganz Europa in den Bann zu ziehen. Auch das tägliche Mittagsläuten der Kirchen um 12 Uhr haben die Ungarn mit zu verantworten. Denn 1456, genauer gesagt am 29. Juni, ließ der damalige Papst viele Kirchenglocken zeitgleich um 12 Uhr mittags läuten, damit die Bevölkerung für einen ungarischen Feldherren beten kann, welcher zu dem Zeitpunkt das nach Meinung des Papstes christliche Abendland gegen die Türken verteidigen wollte.

Aber damit nicht genug, auch die Kartoffelchips Geschmacksrichtung „ungarisch“ zeigen deutlich die Verbindung zu Ungarn. Der simple Grund: In Ungarn kocht man gerne mit Paprika. Da auf den Chips Paprikapulver ist und auch viele Paprikas aus Ungarn nach Deutschland kamen, bot sich der Name an.

Nicht nur der Name der Chipsgeschmacksrichtung ist einfach zu erklären, auch der Name der ungarische Hauptstadt Budapest ist schnell erklärt.

Die Hauptstadt Ungarns ist aus den Städten Buda, Pest und Óbuda entstanden, wobei Óbuda schon früh in die Stadt Buda eingegliedert wurde. Pest kommt natürlich nicht von der wohl bekanntesten Seuche, sondern bedeutet so viel wie Ofen. Das erklärt auch, warum Budapest heute die größte Kurstadt Europas ist. Denn eine Verwerfung der Erdkruste, die durch das Zusammentreffen der Budaer Berge und der großen Tiefebene entstanden ist, lässt viele Millionen Liter heißes Wasser in die vielen Thermen Budapests sprudeln. So darf sich Budapest eigentlich offiziell „Bad Budapest“ nennen.

Nicht nur Zauberwürfel und die vielen Thermen sind das Werk der Ungarn. So wurde in Budapest auch die dritte U-Bahn der Welt gebaut und heute fahren alle über 65 jährigen, welche in Ungarn oder einem anderen Teil der EU leben, in Ungarn kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Damit jedoch nicht genug. Auch weitere Dinge machen Ungarn einzigartig. So kommen besonders Weinkenner und Genießer auf ihre Kosten, denn die Trauben für den bekannten und beliebten Tokajer, dessen Name sogar besonders geschützt ist, werden zum großen Teil im nördlichen Ungarn angebaut.

Nicht nur Name des Weins wird in Ungarn geschützt, sondern auch der einer  Schweinerasse. Denn die Schweinerasse Mangalica hat Locken! Diese Wollschweine, welche größenteil in Ungarn beheimatet sind, gehören zu den fettesten der Welt. Mit sagenhaften 65% bis 70% Fett! Zum Vergleich: Ein Schwein, welches bei den meisten von uns auf dem Teller liegt, hat im fettreichsten Bereich einen Anteil von 20% Fett.  So wird das Wollschwein in Ländern wie der Schweiz und Österreich immer beliebter und die Zucht des ungarischen Schweines nimmt zu.

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  • Seit vergangenem Jahr ist Malter der unabhängige Sport-Redakteur des Kaktus. Handball ist seine große Leidenschaft.

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